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Offenheit schafft Vertrauen und Engagement: Im Zentrum jeglicher Öffentlichkeitsarbeit steht der Mensch. Mit ihm gilt es zu kommunizieren, sein Vertrauen soll gewonnen und seinen individuellen Informationsbedürfnissen muss Rechnung getragen werden.

 

Das andere Agenturporträt: Unsere Agentur wird geprägt durch die Menschen, für die wir arbeiten und jenen, die in ihr arbeiten. Der Wandel schreitet immer schneller voran. Deshalb wird nicht schneller kommuniziert, aber zusehends anders.

 

Was uns dabei auffällt, erfahren Sie in der Trouvaille. open up befindet sich in der wahrlich lebhaften Umgebung des Stauffachers. Erfahren Sie eigenartige Geschichten und Details rund um unseren Standort.

 

Traditionell im Frühjahr feiern wir gemeinsam mit Kunden, Freunden und Partnern ein Fest. Die Fotogalerie dazu finden Sie unter Anlässe. Typisch für uns ist auch die Geschichte, die hinter der Weihnachtskarte steckt. Welche, das erfahren Sie hier: Alles Gute.


Ihr open up-Team.


Spaziergang II // Drinnen

Leucht-, Kleb- und Schreibstifte (Bilder: Debora Zeyrek)

Allen von uns kann es passieren. Jederzeit. Vormittags oder nachmittags. Am Montag, am Mittwoch und an jedem anderen Tag. Am Freitag, heisst es, sind ganz besonders jene Menschen gefährdet, die in ein wässriges Sternzeichen hineingeboren worden sind (Skorpion, Fisch, Flusskrebs und ähnliches).

 

Ja, allen kann es passieren: Man sitzt da, starrt auf den Bildschirm und wartet auf eine kreative Eingebung. Dann rutscht der Blick nach rechts weg und stoppt bei Schere, Schreib-, Kleb- und Leuchtstiften, die wohlgeordnet im Behälter auf dem Schreibtisch stehen. Doch ein solches Ensemble taugt erfahrungsgemäss kaum als Inspirationsquelle, also schweift der Blick weiter nach links zur gegenüberliegenden Wand, bleibt dort einen Moment am Chagall-Plakat mit der fliegenden Frau hängen. Doch die Hoffnung, dass ein Stück von des Malers überbordender Phantasie auf den Betrachter herabfallen und dessen temporäre kreative Dürre bewässern möge, geht nicht immer in Erfüllung.
 


Chagalls Kreativität

Chagall, hilft! Erleuchte uns.

Immer unruhiger irrt der Blick des Texters umher. Schauen, verweilen, warten, nachdenken, warten, warten, warten. Doch nichts bewegt sich im Kopf, nichts fliesst, nichts leuchtet, nichts fliegt wie bei Marc Chagall. Wie das der ostjüdische Künstler wohl gemacht haben mag, wenn er auf kreative Eingebungen für seine Bilder wartete? Stand er auf und tigerte im Atelier umher? Rauchte er, im Lehnstuhl sitzend, ganz gelassen eine Zigarre? Trank er ein Glas Milch aus ganzheitlicher Produktion (mit grüner Knospe)? Verspeiste er einen Teller Lokschen-Kigel (ohne Knospe)? Warf er Farbtöpfe an die Wände und bedauerte zum dreiundvierzigsten Mal, dass er nicht auf Dachdeckermeister Pollak gehört hatte, der ihn nur zu gerne als Ziegelsetzer auf die schadhaften Dächer von Witebsk schicken wollte? 


Draussen

Werdplatz mit Agentur.

Doch, wer weiss, vielleicht war alles ganz anders, damals im russischen Witebsk. Vielleicht öffnete Marc Chagall einfach die Tür seines Ateliers, ging hinaus in die Stadt, liess die kreative Leere hinter sich und sammelte die Ideen und Inspirationen draussen, wo das Leben ist. Einfach nach draussen gehen. Das können wir doch auch.

 

Und schon stehen wir auf dem Zürcher Werdplatz, der streng genommen bloss ein Plätzchen mit Agentur ist. Und ein Plätzchen mit elf Bäumen, drei Bänken, zwei Brunnen, einer Telefonkabine und einem Abfallkübel, der oft überquillt. Letzterer scheint als Inspirationsquelle auch nicht so recht zu taugen. Also weg von hier. Doch wohin soll der Kreativ-Spaziergang gehen? Nach links? Nach rechts?
 


Am „ponte dei quattro leoni“

Die Stauffacherbrücke mit ihren vier Löwen.

Wenden wir uns nach rechts. Schon nach ein paar Dutzend Metern stehen wir vor einer der vornehmsten Brücken Zürichs – der Stauffacherbrücke. Schriftsteller Hugo Loetscher, der hier in Aussersihl aufgewachsen ist, meinte einmal, die Brücke hätte einen edleren Namen verdient. Und er hatte auch eine Idee. Eines Tages erhielt nämlich Loetscher, der damals in der Stauffacher-Gegend beim Kulturmagazin „du“ arbeitete, einen Anruf. Am Telefon war ein ortsfremder Besucher aus Italien, der beim besten Willen die „du“-Redaktion nicht finden konnte. Auf Loetschers Frage, wo er denn sei, blickte der Italiener durch die Telefonkabinentür nach draussen und glaubte vor seinen Augen Venedig zu entdecken. Venedig in Zürich. Ganz entzückt sprach er in den Telefonhörer: „Sono al ponte dei quattro leoni“. Loetscher brauchte eine ganze Weile bis er begriff, wo sich sein Besucher befand: In der Telefonkabine am Werdplatz. Von dort sieht man, wie zu beiden Seiten der eleganten Bogenbrücke Pfeiler in die Höhe streben. Und auf jedem der vier Pfeiler hält ein Löwe majestätisch Ausschau.


Des Künstlers Lieblingstier

Tag und Nach wacht der Löwe über seine Stadt.

Die Löwen stammen vom Solothurner Bildhauer Urs Eggenschwyler, der ganz vernarrt in Tiere war und sich 1891 in Zürich sogar einen privaten Tiergarten einrichtete, um seine Modelle immer in der Nähe zu haben. Loetscher meint, der Bildhauer hätte am liebsten die ganze Stadt mit seinen Löwen aus Stein oder Bronze ausstaffiert. Wahrscheinlich reichte dafür das städtische Kulturbudget nicht ganz. So blieb es in Zürich bei sechs Grosskatzen aus Eggenschwylers Produktion: Ein Löwe befindet sich am Hafendamm in der Enge, einer beim Schulhaus Buhnrain in Seebach und vier bewachen seit über 100 Jahren den Zugang zur Innenstadt. Wer mehr Getier aus des Bildhauers Menagerie sehen will, der gehe einfach ins Bundeshaus nach Bern. Dort soll Eggenschwyler Bären platziert haben. Und Löwen natürlich auch.


Ein Haus voller Überraschungen

Relief-Blume beim Eingang der Berg-Apotheke.

Wir gehen jedoch nicht ins Bundeshaus, sondern zurück zum Werdplatz und von dort vorbei am Abfallkübel, der weiterhin überquillt, zum Haus zur Rosenau am Stauffacher. Im markanten Gebäude ist seit vielen Jahren eine Apotheke untergebracht. 1912 erbaut, verbindet das Haus späten Jugendstil mit dem damals aufkommenden Heimatstil. Es ist reich bestückt mit Erkern, Balkonen, Lisenen und ungewöhnlichen Gauben und Giebeln. Doch noch interessanter ist das, was die meisten Passanten beim täglichen Vorbeihasten übersehen. Die Fassade bzw. die Lisenen des Hauses sind voll von den erstaunlichsten vegetabilen und figürlichen Reliefarbeiten: Blumen, Bienen, Vögel, Käfer.


Ein heiliger Pillendreher

Der Skarabäus, heisst es, dreht Pillen. Passt zur Apotheke

Lange gerätselt haben wir über das hier abgebildete Wesen. Was stellt es dar? Ein auf dem Rücken liegendes Schaf mit Kopfhörern? Kaffeebohnen? Das Wappen eines untergegangenen Zürcher Geschlechts? Ein sitzender Affe beim Nachdenken? Nichts von alledem. Das Relief zeigt einen Skarabäus, der am Rosenau-Haus gleich mehrfach vorkommt. Der Käfer ist auch unter der Bezeichnung «heiliger Pillendreher» bekannt – und Pillen drehen war früher in den Apotheken die Hauptbeschäftigung bevor die Pharmaindustrie alles fertig portioniert und abgepackt zu liefern begann.

 

Der Franzose Jean-Henri Fabre (1823-1915) hat in seinem wunderbaren Werk «Erinnerungen eines Insektenforschers» die Mikrowelt der kleinen Tierchen detailreich und hochpoetisch beschrieben. Fabre schildert, wie der Skarabäus unermüdlich kunstvolle Dungkugeln baut, diese über weite Strecken rollt und für Entsorgung und Recycling sorgt. So gesehen ist der Skarabäus ein winziger Strassenkehrer, der das wichtige Amt hat, den Erdboden sauber zu halten. Die Skarabäen gelten bei vielen Menschen als Symbol der Schöpferkraft, als Sonnenkäfer und als Glückskäfer. Doch woraus bestehen die Pillen, die der Skarabäus dreht? Aus Mist, denn der Skarabäus ist in Tat und Wahrheit ein kommuner Mistkäfer. Als solcher beherrscht er sein Geschäft perfekt.
 


Wieder drinnen

Zurück im Büro, den Kopf voll mit Anregungen und Eindrücken.

Ja, wer Ideen und Inspirationen sucht, muss hinaus. Dorthin, wo das Leben ist. Dorthin, wo sich Geschichten verbergen. Dorthin, wo sich die kleinen und grossen Sensationen des Alltags ereignen. «Voir, c’est savoir», sagt Jean-Henri Fabre. Und danach mag man dann mit dem Aufschreiben beginnen. Drinnen natürlich, wo denn sonst.


Spaziergang I // Innehalten, schauen, entdecken

Draussen der Platz, drinnen die Agentur. (Bilder: Meinrad Schade)

Der Platz ist klein und unscheinbar. Elf schöne, grosse Kastanienbäume. Fünf weisse Kandelaber mit Kugellampen. Drei rote Parkbänke, in die Jahre gekommen, aber farblich wieder aufgefrischt. Ein Brunnen von schlichter Schönheit, der zu den bekanntesten aller unbekannten Kunstwerken dieser Stadt gehört (von der Plastikerin Trudi Demut). Eine Telefonzelle. Ein Gartenrestaurant ohne Garten, aber mit altem Kopfsteinpflaster. Ein martialisches Denkmal, von dem alle vergessen haben, wofür es steht. Prometheus? Arbeiter beim Morgenturnen? Kranzschwinger ohne Kranz? Kraft durch Freude? Niemand weiss genaues, weil die Gedenktafel vergessen oder verloren ging.


Suchen und erfinden

Ein Brunnen von schlichter Schönheit.

Das Merkwürdige an diesem kleinen Platz: Er macht einige Menschen vergesslich. Niemand kennt ihn mit seinem Namen. Fast niemand jedenfalls. Fragt man 200 Meter strassauf oder 300 Meter strassab die erstbesten Passanten, wo denn der Werdplatz sei, schütteln alle den Kopf – „Nein, nie gehört“ und eilen weiter. „Tut mir leid“ und eilen weiter. „Häh?“ und eilen weiter.


Mit einer Nicht-Auskunft kann man leben. Deutlich schlechter ergeht es dem Frager, wenn jemand zu wissen glaubt, wo der Platz sei. „Ja, ja, den Werdplatz kenne ich gut, meine allererste Freundin wohnte dort in der Gegend.“ Das mit der Allerersten muss Jahrzehnte her sein. Denn ob der halsbrecherischen Beschreibung, die nun folgt, bekommt man den Eindruck, die Besteigung des Matterhorns sei im Vergleich zur Direttissima auf den Werdplatz ein gemütlicher Spaziergang. Im gnädigsten Fall schicken uns die allwissenden Luftibusse ins äusserste Wiedikon, im schlechteren Fall hinauf ins Eierbrecht oder über den Fluss in die Enge. Sie könnten uns gerade so gut „über den Fluss und in die Wälder“ schicken. Dann wüssten die literarisch Interessierten: „Aha, Hemingway“. Wäre, im Vergleich zum Eierbrecht, wenigstens ein Umweg, der sich lohnt.
 


Christa Wolf und Karl Marx

Neben der Agentur – ein Restaurant mit Geschichte.

Damals, 2001, als wir hier unsere Kommunikationsagentur eröffneten, hatte der Platz keinen Namen. «Kein Ort. Nirgends», könnte Christa Wolf vielleicht dazu sagen. Die berühmte DDR-Autorin hat zwar das Gegenteil bewiesen. Denn wie man hört, hat sie vor Jahren zum Werdplatz gefunden, ist über das Kopfsteinpflaster geschritten und kehrte im damaligen «Coopi» ein, wo sich heute das «Certo» befindet. Das «Coopi» war vor und nach 1989 übrigens das einzige Zürcher Restaurant mit einem Bildnis von Karl Marx an der Wand.

 

 


Zürichs eigenartigster Sans-Papier

Brunnensäule unter Kastanienbäumen.

Vor zehn Jahren machten wir die Probe aufs Exempel und deuteten im «Coopi» auf das Marx-Porträt. Dann fragten wir den Kellner, ob er uns sagen könne, wer dieser bärtige Mann da sei. Der Kellner stutzte und überlegte. Er betrachtete mit ernster Miene das Bild, betrachtete uns und betrachtete wieder das Bild. Und plötzlich ging ein Leuchten über sein Gesicht. Er lachte und wies mit einer Handbewegung von vollendeter  italienischer Grandezza auf das Bild: «Si, si, ich scho weiss. Ist Gründer von diese Ristorante.»

 

Gibt in der Phantasienote 100 Punkte, allerdings mit leichtem Abzug beim Wahrheitsgehalt. Die gleiche Punktzahl erhalten auch jene Internet-Suchplattformen, die zwar einen Werdplatz in Zürich finden – nur eben nicht dort, wo er wirklich ist: an der Ecke Hallwylstrasse / Stauffacherstrasse. Doch die Mehrheit der Suchmaschinen findet gar nichts. Bei Google maps und bei search.ch ist der Werdplatz untergetaucht, weshalb er mit Fug und Recht als einziger Sans-Papier unter Zürichs Plätzen gelten darf.


Bitte eintreten!

Der Werdplatz – klein und unscheinbar.

Ja, das ist der Werdplatz in Zürich – unser Platz. In der äussersten südlichen Ecke sind wir mit unserer Kommunikationsagentur open up angesiedelt. Die drei grossen Schaufenster und der Eingang sind vom Werdplatz wie von der Stauffacherstrasse nicht zu übersehen. Sogar gemalt hat man uns schon einmal. André Sandmann, ein Urban Sketcher, streift ab und zu auf Zürichs Strassen und Plätzen herum. Wenn ihn etwas interessiert, wirft er mit flinken Strichen ein Haus oder einen Platz aufs Papier und koloriert das Ganze.

Falls Sie das Bild einmal sehen möchten, treten Sie einfach ein. Lernen Sie uns und unser Team kennen. Willkommen bei open up.


Von Nummern und Häusern

Auf der Suche nach den Sans-Papier-Häusern.

Der Werdplatz hat also seine Eigenart. Und das Haus, in dem wir zu ebener Erde und im ersten Stock unsere Büroräume besitzen, ebenfalls. Obwohl unsere Eingangstüre auf den Werdplatz geht, lautet die Postadresse Hallwylstrasse 22. Und obwohl die Hallwylstrasse mit unserem Eckhaus beginnt, beginnt die Nummerierung gleich mit der Nr. 22. Die Hausnummern 1 bis 20 fehlen. Oder sind sie mitsamt den Häusern abgetaucht? Gehören zum Sans-Papier-Platz auch noch Sans-Papier-Häuser?


Eichenparkett und Nagelschuhe

Der Held der Arbeit vom Werdplatz.

Die grossen Welträtsel scheinen sich in Aussersihl sowieso sprunghaft zu vermehren. Denn kaum hat jemand den grossen Eingangsraum der Agentur betreten, entdeckt er oder sie ein weiteres Phänomen. Dutzende, wenn nicht Hunderte von tiefen Kerben bedecken das massive Eichenparkett im Türbereich. Niemand weiss, woher sie stammen. Als open up 2001 eingezogen ist, waren sie schon vorhanden und schienen schon damals einige Jahrzehnte alt zu sein. Fast macht es den Anschein, als hätte hier in den Weltkriegsjahren eine halbe Kompanie Soldaten mit Nagelschuhen exerziert. Oder pflegte draussen der riesenhafte Held der Arbeit vom Sockel zu steigen und drinnen herumzustampfen? Niemand weiss genaueres.


Verlässlichkeit und Dauer

Hier geht es ins Atelier.

Seit dem Bau des Hauses vor rund 100 Jahren sind wir in unseren Räumen erst der dritte Geschäftsmieter. Vor uns arbeitete hier ein Glaskünstler, der farbige Kirchenfenster und Wappenscheiben herstellte. Vor ihm war ein Musikaliengeschäft eingemietet, das Schallplatten, Noten und Musikinstrumente verkaufte. Im ruhigen Atelier, nach hinten gegen den Hof gelegen, wurden defekte Instrumente repariert. Mit einem kleinen Warenlift der Aufzugsfabrik Schlieren konnten Gegenstände bis zu einem Gewicht von 100 kg vom Laden in den Keller transportiert werden. Und umgekehrt. Der Lift ist zwar heute abgeschaltet, aber Motor und Leitungen sind vorhanden und könnten jederzeit reaktiviert werden, falls open up einmal ins Musikaliengeschäft expandieren sollte.


Musik liegt in der Luft

Treppen, Ecken, Rundungen – ein Haus mit Atmosphäre.

Oben im Sitzungszimmer füllt eine lange, schlichte Holzbank die ganze Stirnseite des Raumes ein. Hier sass früher Kind an Kind und wartete geduldig bis es mit Spielen an die Reihe kam. Mit dem Klavier. Oder der Violine. Oder dem Akkordeon. In diesem Raum war stets viel Musik – von 1910 bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

Beschliessen wir den Rundgang im ersten Stock. Oben sind die Arbeitsplätze 6 bis 12 entstanden. Angenehme Räume, eine kreative Zusammenarbeit im Team mit Eigenart, ein unbedingtes Engagement für die Kunden – und das mitten in einer Gegend mit Geschichte und Charakter.

 

Färbt ab.